Das Risiko kann mit Dokumentation und Garantien begrenzt werden.
Wenn Verträge, gelebte Praxis und Abgabenlage konsistent sind, reichen oft gezielte Garantien, Offenlegung und eine laufende Dokumentation.
Scheinselbstständige beim Unternehmenskauf: Freelancer, freie Dienstnehmer, GPLB Risiko, Rückstellungen und Garantien vor Signing prüfen.
BRANDAUER Rechtsanwälte
Salzburger Kanzlei für Unternehmens-, Gesellschafts- und Transaktionsrecht
Hinter jeder Transaktion steht ein eingespieltes Team aus Rechtsanwälten, Juristen und Spezialisten. Fragen rund um den Unternehmenskauf prüfen wir mit Blick auf Struktur, Vertrag, Steuern und Haftung.
Freelancer, freie Dienstnehmer und Werkverträge können beim Unternehmenskauf ein erhebliches Nachforderungsrisiko sein. Wird ein Vertragsverhältnis später als echte Beschäftigung beurteilt, können Sozialversicherung, Lohnabgaben und arbeitsrechtliche Folgen nachwirken.
Dieses Thema gehört nicht als allgemeiner Arbeitsrechtsratgeber in den Deal, sondern als konkreter M&A Prüffeldpunkt. Der Käufer muss wissen, welche Personen dauerhaft eingebunden sind, wie sie gesteuert werden und ob Rückstellungen oder Freistellungen nötig sind.
Der Beitrag ergänzt Personalrückstellungen, die steuerliche Due Diligence und den Beitrag zum Betriebsübergang.
Beantworten Sie zwei Fragen zur Ausgangslage und zur Vertragsreife.
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Dauerhafte Einbindung, Weisungen, Betriebsmittel und wirtschaftliche Abhängigkeit sind typische Warnsignale.
Wenn Verträge, gelebte Praxis und Abgabenlage konsistent sind, reichen oft gezielte Garantien, Offenlegung und eine laufende Dokumentation.
Wenn Verträge, gelebte Praxis und Abgabenlage konsistent sind, reichen oft gezielte Garantien, Offenlegung und eine laufende Dokumentation.
Bei unklarer Einordnung sollten Käufer Rückstellungen, Kaufpreisabzug oder Freistellung prüfen. Verkäufer sollten Problemfälle offenlegen, bevor eine spätere GPLB den Deal belastet.
Im Datenraum erscheinen Freelancer oft als Lieferanten oder Beratungskosten. Tatsächlich können sie aber in Abläufe, Teams und Weisungen eingebunden sein. Dann kann eine spätere Einordnung als Dienstverhältnis erhebliche wirtschaftliche Folgen haben.
Die Prüfung darf nicht bei Vertragsüberschriften stehen bleiben. Relevant sind tatsächliche Arbeitsweise, organisatorische Eingliederung, Betriebsmittel, Vertretungsmöglichkeit, Entgeltlogik und Dauer der Zusammenarbeit.
Käufer sollten Rahmenverträge, Leistungsbeschreibungen, Rechnungen, Kommunikationswege, Projektrollen, Onboarding Unterlagen und eine Liste dauerhaft tätiger freier Kräfte sehen. Auch frühere Prüfungen und Nachforderungen sind wichtig.
Bei Plattformen, IT, Vertrieb, Marketing oder Produktion können einzelne freie Kräfte für den Betrieb zentral sein. Dann stellt sich zusätzlich die Frage, ob die Person nach Closing weiter verfügbar ist und ob eine echte Vertragsumstellung nötig wird.
Der Kaufvertrag sollte bekannte freie Dienstnehmer und Freelancer offenlegen, Garantien zur Einhaltung von Abgaben und Arbeitsrecht präzisieren und nicht offengelegte Nachforderungen einer Partei zuordnen.
Eine pauschale Garantie zu Personalthemen genügt bei erkennbaren Statusrisiken oft nicht. Sinnvoll sind klare Disclosure, Freistellung für Vorperioden und Mitwirkung bei späteren Prüfungen.
Die Tabelle zeigt, welche Punkte vor Signing besonders wichtig sind.
| Prüfpunkt | Warum relevant | Deal Lösung |
|---|---|---|
| Einbindung Einbindung | Teil des laufenden Betriebs? | Statusprüfung |
| Weisung Weisung | Fachliche und zeitliche Steuerung | Praxis dokumentieren |
| Dauer Dauer | Regelmäßige Leistung statt Projekt | Rückstellung prüfen |
| Abgaben Abgaben | Nachforderungen möglich | Freistellung |
| Fortführung Fortführung | Verfügbarkeit nach Closing | Closing Plan |
Achtung: Der Begriff Freelancer schützt nicht vor arbeitsrechtlicher oder sozialversicherungsrechtlicher Neueinordnung. Entscheidend ist, wie die Zusammenarbeit tatsächlich gelebt wird.
Weil Nachforderungen oder arbeitsrechtliche Folgen nach Closing sichtbar werden können, obwohl die wirtschaftliche Ursache in der Zeit vor Closing liegt.
Nein. Der Vertrag ist wichtig, aber die tatsächliche Durchführung ist entscheidend. Deshalb müssen Dokumente und Praxis zusammen geprüft werden.
Durch konkrete Garantien, Offenlegung, Rückstellungen, Kaufpreisanpassung oder Freistellung für nicht offengelegte Vorperiodenrisiken.
Abfertigung und Urlaub sauber abgrenzen.
Abgabenrisiken vor Signing prüfen.
Arbeitsrechtliche Kontinuität einordnen.
Rückstellungen und Streitigkeiten prüfen.
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