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Scheinselbstständige und freie Dienstnehmer beim Unternehmenskauf: GPLB Risiko vor Signing prüfen

Scheinselbstständige beim Unternehmenskauf: Freelancer, freie Dienstnehmer, GPLB Risiko, Rückstellungen und Garantien vor Signing prüfen.

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Hinter jeder Transaktion steht ein eingespieltes Team aus Rechtsanwälten, Juristen und Spezialisten. Fragen rund um den Unternehmenskauf prüfen wir mit Blick auf Struktur, Vertrag, Steuern und Haftung.

26. Juli 2026 · Mag. Bernhard Brandauer, Rechtsanwalt

Freelancer, freie Dienstnehmer und Werkverträge können beim Unternehmenskauf ein erhebliches Nachforderungsrisiko sein. Wird ein Vertragsverhältnis später als echte Beschäftigung beurteilt, können Sozialversicherung, Lohnabgaben und arbeitsrechtliche Folgen nachwirken.

Dieses Thema gehört nicht als allgemeiner Arbeitsrechtsratgeber in den Deal, sondern als konkreter M&A Prüffeldpunkt. Der Käufer muss wissen, welche Personen dauerhaft eingebunden sind, wie sie gesteuert werden und ob Rückstellungen oder Freistellungen nötig sind.

Der Beitrag ergänzt Personalrückstellungen, die steuerliche Due Diligence und den Beitrag zum Betriebsübergang.

Transaktion einordnen

Risiko vor Signing einordnen

Beantworten Sie zwei Fragen zur Ausgangslage und zur Vertragsreife.

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01 Frage 1

Arbeiten freie Kräfte dauerhaft in Kernprozessen des Zielunternehmens?

Dauerhafte Einbindung, Weisungen, Betriebsmittel und wirtschaftliche Abhängigkeit sind typische Warnsignale.

Alle Pfade im Überblick

Übersicht aller Antworten.

01

Das Risiko kann mit Dokumentation und Garantien begrenzt werden.

Wenn Verträge, gelebte Praxis und Abgabenlage konsistent sind, reichen oft gezielte Garantien, Offenlegung und eine laufende Dokumentation.

02

Das Risiko kann mit Dokumentation und Garantien begrenzt werden.

Wenn Verträge, gelebte Praxis und Abgabenlage konsistent sind, reichen oft gezielte Garantien, Offenlegung und eine laufende Dokumentation.

03

Statusrisiken sollten vor Signing bewertet werden.

Bei unklarer Einordnung sollten Käufer Rückstellungen, Kaufpreisabzug oder Freistellung prüfen. Verkäufer sollten Problemfälle offenlegen, bevor eine spätere GPLB den Deal belastet.

Warum freie Mitarbeit im Deal besonders heikel ist

Im Datenraum erscheinen Freelancer oft als Lieferanten oder Beratungskosten. Tatsächlich können sie aber in Abläufe, Teams und Weisungen eingebunden sein. Dann kann eine spätere Einordnung als Dienstverhältnis erhebliche wirtschaftliche Folgen haben.

Die Prüfung darf nicht bei Vertragsüberschriften stehen bleiben. Relevant sind tatsächliche Arbeitsweise, organisatorische Eingliederung, Betriebsmittel, Vertretungsmöglichkeit, Entgeltlogik und Dauer der Zusammenarbeit.

Welche Informationen Käufer konkret anfordern sollten

Käufer sollten Rahmenverträge, Leistungsbeschreibungen, Rechnungen, Kommunikationswege, Projektrollen, Onboarding Unterlagen und eine Liste dauerhaft tätiger freier Kräfte sehen. Auch frühere Prüfungen und Nachforderungen sind wichtig.

Bei Plattformen, IT, Vertrieb, Marketing oder Produktion können einzelne freie Kräfte für den Betrieb zentral sein. Dann stellt sich zusätzlich die Frage, ob die Person nach Closing weiter verfügbar ist und ob eine echte Vertragsumstellung nötig wird.

Wie Rückstellungen und Garantien formuliert werden

Der Kaufvertrag sollte bekannte freie Dienstnehmer und Freelancer offenlegen, Garantien zur Einhaltung von Abgaben und Arbeitsrecht präzisieren und nicht offengelegte Nachforderungen einer Partei zuordnen.

Eine pauschale Garantie zu Personalthemen genügt bei erkennbaren Statusrisiken oft nicht. Sinnvoll sind klare Disclosure, Freistellung für Vorperioden und Mitwirkung bei späteren Prüfungen.

Prüfpunkte

Statusrisiken im Unternehmenskauf prüfen

Die Tabelle zeigt, welche Punkte vor Signing besonders wichtig sind.

Freie Kräfte und Deal Risiken
Prüfpunkt Warum relevant Deal Lösung
Einbindung Einbindung Teil des laufenden Betriebs? Statusprüfung
Weisung Weisung Fachliche und zeitliche Steuerung Praxis dokumentieren
Dauer Dauer Regelmäßige Leistung statt Projekt Rückstellung prüfen
Abgaben Abgaben Nachforderungen möglich Freistellung
Fortführung Fortführung Verfügbarkeit nach Closing Closing Plan

Achtung: Der Begriff Freelancer schützt nicht vor arbeitsrechtlicher oder sozialversicherungsrechtlicher Neueinordnung. Entscheidend ist, wie die Zusammenarbeit tatsächlich gelebt wird.

FAQ

Häufige Fragen zum Thema.

Warum ist Scheinselbstständigkeit beim Unternehmenskauf ein Käuferrisiko? +

Weil Nachforderungen oder arbeitsrechtliche Folgen nach Closing sichtbar werden können, obwohl die wirtschaftliche Ursache in der Zeit vor Closing liegt.

Reicht ein Werkvertrag als Nachweis? +

Nein. Der Vertrag ist wichtig, aber die tatsächliche Durchführung ist entscheidend. Deshalb müssen Dokumente und Praxis zusammen geprüft werden.

Wie kann der Käufer das Risiko im SPA abbilden? +

Durch konkrete Garantien, Offenlegung, Rückstellungen, Kaufpreisanpassung oder Freistellung für nicht offengelegte Vorperiodenrisiken.

Themen
ScheinselbstständigkeitFreie DienstnehmerGPLBArbeitsrechtDue Diligence

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