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Due Diligence

Due-Diligence-Checkliste beim Unternehmenskauf: Prüffelder, Datenraum und Red Flags

Die Due-Diligence-Checkliste beim Unternehmenskauf: Zweck der Prüfung, die zentralen Prüffelder, Datenraum und Red Flags sowie der Weg der Befunde in den Kaufvertrag.

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Hinter jeder Transaktion steht ein eingespieltes Team aus Rechtsanwälten, Juristen und Spezialisten. Fragen rund um den Unternehmenskauf prüfen wir mit Blick auf Struktur, Vertrag, Steuern und Haftung.

15. Juni 2026 · Mag. Bernhard Brandauer, Rechtsanwalt

Die Due Diligence ist das Herzstück jeder Unternehmenstransaktion. In ihr prüft der Käufer das Zielunternehmen, bevor er sich verbindlich bindet. Wer hier oberflächlich arbeitet, kauft Risiken mit, die später teuer werden. Wer dagegen strukturiert prüft, verschafft sich die Faktenbasis für Kaufpreis, Garantien und Freistellungen.

Dieser Beitrag erklärt, welchem Zweck die Due Diligence dient, welche Prüffelder zu bearbeiten sind und wie ein geordneter Datenraum den Prozess trägt. Im Mittelpunkt stehen die typischen Red Flags, die Bedeutung von Change-of-Control-Klauseln sowie die Frage, wie die Befunde in den Kaufvertrag einfließen.

Aus anwaltlicher Sicht ist die Due Diligence kein reiner Aktenvergleich, sondern die Brücke zwischen Prüfung und Vertrag. Jede erkannte Schwachstelle lässt sich in eine Verhandlungsposition übersetzen. Eine erste Orientierung über die Vertragsanbahnung gibt der Beitrag zu LOI und NDA.

Ihren Prüfprozess einordnen

Ist Ihre Due Diligence belastbar aufgesetzt?

Beantworten Sie ein bis zwei Fragen zu Datenraum und Prüffeldern. Sie erhalten eine erste Einordnung, ob Ihre Prüfung trägt oder ob Lücken drohen.

Sie wissen schon, dass Sie eine Anfrage stellen wollen? Direkt zum Anfrageformular.

01 Frage 1

Liegt für die Prüfung ein strukturierter Datenraum mit einem klaren Index vor?

Ein geordneter Datenraum mit Inhaltsverzeichnis ist die Grundlage jeder belastbaren Due Diligence. Erst er macht Vollständigkeit und Lücken sichtbar.

Alle Pfade im Überblick

Übersicht aller Antworten.

01

Ohne geordneten Datenraum lässt sich die Vollständigkeit der Prüfung nicht beurteilen.

Kommen die Unterlagen unsortiert, fehlt der Due Diligence ihr Fundament. Bestehen Sie auf einem strukturierten Datenraum mit Index, klaren Ordnerebenen und einem geregelten Frage-und-Antwort-Prozess. Erst so wird sichtbar, welche Dokumente fehlen und wo der Verkäufer offenlegen muss. Eine Vertiefung bietet unsere Schwerpunktseite zur Due Diligence.

Halten Sie jede gestellte Frage und jede Antwort fest. Diese Dokumentation trägt später den Garantiekatalog und die Freistellungen im Kaufvertrag.

02

Die Prüfung ist gut aufgesetzt, jetzt zählt die Verwertung der Befunde.

Sind Datenraum und Prüffelder sauber organisiert, ist die Due Diligence solide aufgesetzt. Achten Sie nun darauf, dass die Befunde der einzelnen Berater in einem gemeinsamen Bericht zusammenlaufen und nach Wesentlichkeit gewichtet werden. Entscheidend ist, dass Red Flags klar benannt und in die Verhandlung übersetzt werden.

Erkannte Risiken gehören in Kaufpreis, Garantiekatalog oder Freistellung. Wie diese Übersetzung gelingt, zeigt der Beitrag zum Garantiekatalog im Kaufvertrag.

03

Ohne klare Zuständigkeiten bleiben Risiken zwischen den Prüffeldern offen.

Eine punktuelle oder unkoordinierte Prüfung übersieht regelmäßig die Risiken, die an den Schnittstellen liegen: etwa eine Change-of-Control-Klausel in einem wichtigen Liefervertrag oder eine datenschutzrechtliche Altlast. Ordnen Sie jedes Prüffeld einem verantwortlichen Berater zu und stimmen Sie die Befunde aufeinander ab.

Lassen Sie den Prüfumfang vor dem Start festlegen. Eine lückenhafte Due Diligence schwächt Ihre Position bei der Verhandlung von Garantien und Kaufpreis.

Zweck der Due Diligence

Die Due Diligence verfolgt drei Ziele. Sie soll die wirtschaftliche und rechtliche Lage des Zielunternehmens aufklären, verborgene Risiken sichtbar machen und die Grundlage für die Bewertung schaffen. Der Käufer prüft, ob das Unternehmen hält, was der Verkäufer in Aussicht stellt und ob der gebotene Preis gerechtfertigt ist.

Zugleich verschiebt die Due Diligence die Beweis- und Verhandlungslage. Was der Käufer in der Prüfung erkennt und der Verkäufer offenlegt, kann später nicht mehr als verschwiegener Mangel geltend gemacht werden. Diese Offenlegung, die sogenannte Disclosure, begrenzt den Garantiekatalog und bestimmt, welche Risiken beim Käufer verbleiben.

Aus diesem Grund ist die Prüfung nie Selbstzweck. Sie liefert das Material für die Verhandlung von Kaufpreis, Garantien und Freistellungen. Ohne sorgfältige Due Diligence kauft der Erwerber blind. Auch der Verkäufer bleibt im Unklaren darüber, welche Zusagen er guten Gewissens geben kann.

Die Prüffelder im Überblick

Eine vollständige Due Diligence deckt mehrere Felder ab. Die Legal Due Diligence prüft Gesellschaftsverträge, wesentliche Verträge, Genehmigungen und laufende Verfahren. Die Financial und die Tax Due Diligence durchleuchten Jahresabschlüsse, Liquidität, Verbindlichkeiten und steuerliche Risiken. Die Commercial Due Diligence betrachtet Markt, Kunden und Wettbewerb.

Hinzu kommen die personen- und schutzbezogenen Felder. Die HR- und arbeitsrechtliche Prüfung erfasst Dienstverträge, Pensionszusagen und Fragen des Betriebsübergangs nach dem AVRAG. Die IP-Prüfung sichert Marken, Patente und Lizenzen, die IT-Prüfung die technische Infrastruktur. Datenschutz, Umwelt samt Altlasten und Compliance runden den Katalog ab. Die einzelnen Felder vertiefen die Beiträge zur Datenschutz-Due-Diligence und zur Vendor Due Diligence.

Welche Felder wie tief geprüft werden, hängt von Branche und Transaktionsgröße ab. Ein Produktionsbetrieb verlangt eine genaue Umweltprüfung, ein Technologieunternehmen eine sorgfältige IP- und IT-Prüfung. Den Begriff der Due Diligence erläutern wir im Fachlexikon.

Datenraum, Red Flags und Change of Control

Geprüft wird heute meist in einem virtuellen Datenraum. Er bündelt die Unterlagen nach einem Index, regelt Zugriffsrechte und dokumentiert den Frage-und-Antwort-Prozess. Ein geordneter Datenraum macht erst sichtbar, welche Dokumente fehlen und wo nachgefragt werden muss. Jede Frage und jede Antwort sollte revisionssicher festgehalten werden.

Im Lauf der Prüfung treten Red Flags zutage, also Befunde, die den Wert oder den Vollzug gefährden. Dazu zählen ungeklärte Eigentumsverhältnisse, drohende Rechtsstreitigkeiten oder fehlende Genehmigungen. Besondere Aufmerksamkeit verlangen Change-of-Control-Klauseln in wesentlichen Verträgen. Sie geben einem Vertragspartner ein Kündigungsrecht, wenn die Eigentümerschaft am Unternehmen wechselt.

Solche Klauseln können wichtige Kunden- oder Finanzierungsverträge gefährden und müssen vor dem Vollzug behandelt werden, etwa durch Einholung von Zustimmungen. Welche Bedingungen bis zum Closing zu erfüllen sind, zeigt unser M&A-Transaktions-Risikoprofil.

Die zentralen Prüffelder

Worauf die Due Diligence in jedem Feld achtet

Jedes Prüffeld bringt eigene Risiken mit. Diese Übersicht zeigt, worauf zu achten ist und welcher Befund Folgen für den Vertrag hat.

Prüffelder der Due Diligence mit zentralem Prüfgegenstand und typischer Red Flag
Prüffeld Zentraler Prüfgegenstand Typische Red Flag
Legal Verträge und Verfahren Gesellschaftsverträge, Genehmigungen, Prozesse Change-of-Control-Klausel im Schlüsselvertrag
Financial und Tax Zahlen und Steuern Abschlüsse, Liquidität, Steuerrisiken Stille Lasten oder offene Abgabennachforderung
HR und Arbeitsrecht Belegschaft und Betriebsübergang Dienstverträge, Pensionszusagen, AVRAG Ungeklärter Übergang von Dienstverhältnissen
IP und IT Schutzrechte und Systeme Marken, Patente, Lizenzen, IT-Infrastruktur Fehlende Rechte an zentraler Software
Datenschutz und Umwelt Compliance und Altlasten DSGVO-Prozesse, Umweltrisiken, Altlasten Dokumentierte Datenschutzverletzung oder Altlast

Welche Felder wie tief geprüft werden, richtet sich nach Branche und Transaktionsgröße. Ein einheitliches Schema gibt es nicht, wohl aber einen Mindeststandard an Sorgfalt.

Achtung bei verkürzter Prüfung: Wer aus Zeitdruck einzelne Prüffelder auslässt oder Red Flags nicht in den Vertrag übersetzt, trägt das Risiko später allein. Eine erkannte und offengelegte Schwachstelle kann nach dem Vollzug nicht mehr als Mangel geltend gemacht werden. Lassen Sie Prüfumfang und Befunde anwaltlich begleiten. Ein Erstgespräch vereinbaren (72 Euro) kann hier rasch Klarheit schaffen.

Wie Befunde in den Kaufvertrag einfließen

Die Due Diligence endet nicht mit dem Prüfbericht. Erst die Übersetzung der Befunde in den Kaufvertrag schafft Wert. Ein quantifizierbares Risiko, etwa eine drohende Steuernachforderung, kann zu einer Kaufpreisreduktion oder zu einer gezielten Freistellung führen, die der Verkäufer trägt.

Nicht quantifizierbare Risiken werden über den Garantiekatalog aufgefangen. Der Verkäufer sichert bestimmte Eigenschaften des Unternehmens zu, etwa die Richtigkeit der Abschlüsse oder das Bestehen wesentlicher Verträge. Stellt sich eine Zusage als unrichtig heraus, haftet er nach den vereinbarten Regeln. Wie dieser Katalog aufgebaut wird, zeigt der Beitrag zum Garantiekatalog.

Der Due-Diligence-Bericht selbst dokumentiert die Prüfung und die Disclosure. Er bildet die Grundlage für die Verhandlung und schützt beide Seiten: den Käufer durch Transparenz über die Risiken, den Verkäufer durch die Begrenzung seiner Haftung auf das nicht Offengelegte.

FAQ

Due Diligence beim Unternehmenskauf.

Wie lange dauert eine Due Diligence? +

Die Dauer hängt von Größe und Komplexität des Zielunternehmens ab. Bei einem mittelständischen Betrieb sind einige Wochen üblich, bei größeren Transaktionen kann sich die Prüfung über Monate ziehen. Entscheidend ist nicht die Dauer, sondern die Vollständigkeit und die Qualität der Befunde. Ein gut vorbereiteter Datenraum verkürzt den Prozess spürbar.

Wer trägt die Kosten der Due Diligence? +

In der Regel trägt jede Seite ihre eigenen Kosten. Der Käufer zahlt seine Berater für die Prüfung, der Verkäufer die Vorbereitung des Datenraums und gegebenenfalls eine Vendor Due Diligence. Wie die Kosten bei einem Abbruch der Verhandlung verteilt werden, sollte bereits in der Absichtserklärung geregelt sein.

Was passiert mit Risiken, die in der Prüfung auftauchen? +

Erkannte Risiken werden in den Kaufvertrag übersetzt. Quantifizierbare Risiken führen zu einer Kaufpreisanpassung oder einer Freistellung, nicht quantifizierbare werden über Garantien aufgefangen. Ein offengelegtes Risiko kann nach dem Vollzug nicht mehr als verschwiegener Mangel geltend gemacht werden, weshalb die Dokumentation der Disclosure wichtig ist.

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