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Steuerklauseln und Tax Indemnity beim Unternehmenskauf

Steuerklauseln beim Unternehmenskauf: Tax Indemnity, Betriebsprüfungsrisiken, Freistellung und Kaufpreismechanik richtig regeln.

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Hinter jeder Transaktion steht ein eingespieltes Team aus Rechtsanwälten, Juristen und Spezialisten. Fragen rund um den Unternehmenskauf prüfen wir mit Blick auf Struktur, Vertrag, Steuern und Haftung.

4. Juli 2026 · Mag. Bernhard Brandauer, Rechtsanwalt

Steuern sind beim Unternehmenskauf kein Randthema. Unklare Umsatzsteuer, Lohnabgaben, Körperschaftsteuer, verdeckte Ausschüttungen oder offene Betriebsprüfungen können den wirtschaftlichen Wert eines Deals nach Closing deutlich verändern.

Eine Tax Indemnity ordnet solche Risiken der richtigen Periode und Partei zu. Sie grenzt Kaufpreis, Garantien, Offenlegung und Mitwirkung in späteren Steuerverfahren voneinander ab.

Dieser Beitrag ergänzt die Due-Diligence-Checkliste und den Disclosure Letter. Im Mittelpunkt steht nicht die Steuerberechnung, sondern die vertragliche Risikoverteilung.

Transaktion einordnen

Steuerrisiken im Deal einordnen

Beantworten Sie zwei Fragen zur Ausgangslage und zur Vertragsreife.

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01 Frage 1

Gibt es offene Steuerjahre, Betriebsprüfungen oder unklare Periodenabgrenzungen vor Closing?

Steuerrisiken betreffen häufig Perioden vor Closing, werden aber erst später durch Bescheide oder Prüfungen sichtbar.

Alle Pfade im Überblick

Übersicht aller Antworten.

01

Bei sauberem Befund bleiben gezielte Garantien sinnvoll.

Wenn Due Diligence und Steuerkonten unauffällig sind, reichen oft gezielte Garantien und normale Informationspflichten.

Offene Zeiträume und bereits bekannte Prüfungsfragen sollten trotzdem ausdrücklich offengelegt werden.

02

Eine konkrete Tax Indemnity ordnet Risiken steuerlich und vertraglich zu.

Eine konkrete Tax Indemnity definiert erfasste Steuern, Zeiträume, Ausnahmen, Verfahren und Mitwirkung. So wird klar, welche Lasten vor Closing beim Verkäufer bleiben.

Die Klausel sollte mit der Kaufpreismechanik und dem Disclosure Letter zusammenpassen.

03

Allgemeine Steuerklauseln lassen spätere Prüfungen offen.

Wenn nur allgemein steuerliche Ordnung zugesagt wird, fehlen oft Verfahrensrechte, Fristenlogik und Ausnahmen. Das erschwert die Durchsetzung.

Schärfen Sie Steuerarten, Perioden und Mitwirkungspflichten vor Signing nach.

Welche Steuerrisiken in der Transaktion auftauchen

Im Share Deal bleiben steuerliche Risiken der Gesellschaft grundsätzlich in der Zielgesellschaft. Eine spätere Betriebsprüfung kann daher Jahre betreffen, in denen der Verkäufer wirtschaftlich verantwortlich war. Im Asset Deal muss insbesondere geklärt werden, welche Umsatzsteuer, Lohnabgaben und Verpflichtungen Zeiträumen vor oder nach Closing zuzurechnen sind.

Die rechtliche und steuerliche Detailprüfung gehört in die Due Diligence. Der Kaufvertrag muss anschließend aber verständlich regeln, wer welches Risiko wirtschaftlich trägt und wie mit späteren Bescheiden, Nachforderungen oder Rechtsmitteln umgegangen wird.

Wie Tax Indemnity und Garantien zusammenspielen

Steuergarantien beschreiben einen Sollzustand, etwa abgegebene Erklärungen, bezahlte Abgaben oder keine bekannten Streitigkeiten. Eine Tax Indemnity geht einen Schritt weiter: Sie verpflichtet zur Freistellung für bestimmte Steuerlasten, die wirtschaftlich einer Vor-Closing-Periode zuzuordnen sind.

Wichtig sind Ausnahmen. Nicht jede spätere Steuerlast soll automatisch der Verkäufer tragen, etwa wenn sie durch Handlungen des Käufers nach Closing ausgelöst wird oder bereits im Kaufpreis berücksichtigt war.

Prüfpunkte

Steuerrisiken vertraglich zuordnen

Die Tabelle zeigt, welche Punkte Tax Indemnity und Garantien abdecken sollten.

Steuerrisiken mit passender Vertragslösung
Punkt Warum relevant Vertragslösung
Zeitraum Zeitraum Vor oder nach Closing Periodenabgrenzung im SPA
Steuerart Steuerart Umsatzsteuer, Lohnabgaben, Ertragsteuer Definition im SPA
Bekannte Themen Bekannte Themen Betriebsprüfung oder Bescheid Disclosure Letter
Verfahren Verfahren Wer führt Rechtsmittel? Mitwirkungsregel
Kaufpreis Kaufpreis Risiko bereits eingepreist? Keine Doppelkompensation

Achtung: Steuerklauseln sollten nicht isoliert vom Steuerberatertext übernommen werden. Entscheidend ist, ob sie im Kaufvertrag durchsetzbar sind und mit Kaufpreis, Disclosure Letter und Haftungsgrenzen zusammenpassen.

Verfahrensregeln bei Betriebsprüfung und Bescheid

Die Klausel sollte regeln, wer informiert wird, wer mitwirkt, wer Erklärungen abgibt und wer über Rechtsmittel entscheidet. Ohne solche Regeln kann der Käufer ein Verfahren führen, dessen wirtschaftliches Ergebnis der Verkäufer tragen soll, ohne ausreichende Steuerungsmöglichkeit.

Auch Fristen dürfen nicht schematisch geraten werden. Steuerliche Verfahrensfristen hängen von Abgabenart, Bescheid und Verfahrensstand ab. Der Vertrag sollte deshalb Informations- und Mitwirkungspflichten an konkrete Zustellungen und behördliche Schritte knüpfen.

FAQ

Häufige Fragen zum Thema.

Ist eine Tax Indemnity bei jedem Deal nötig? +

Nicht immer. Je komplexer Steuerhistorie, Konzernstruktur oder offene Prüfungen sind, desto wichtiger wird eine eigene Freistellung.

Ersetzt die Tax Indemnity die steuerliche Due Diligence? +

Nein. Die Due Diligence zeigt die Risiken. Die Tax Indemnity ordnet danach zu, wer bestimmte Risiken wirtschaftlich tragen soll.

Welche Fristen gelten bei Steuerforderungen? +

Das hängt von Abgabenart, Bescheid und Verfahren ab. Deshalb sollten keine pauschalen Fristen geraten werden; entscheidend sind konkrete Zustellung, Informationspflicht und Rechtsmittelstrategie.

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