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Due Diligence

Versicherungen und Haftpflichtpolizzen beim Unternehmenskauf

Versicherungen beim Unternehmenskauf: Polizzen, Schadenshistorie, Change-of-Control, Run-off und Haftpflichtdeckung vor Closing prüfen.

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Hinter jeder Transaktion steht ein eingespieltes Team aus Rechtsanwälten, Juristen und Spezialisten. Fragen rund um den Unternehmenskauf prüfen wir mit Blick auf Struktur, Vertrag, Steuern und Haftung.

5. Juli 2026 · Mag. Bernhard Brandauer, Rechtsanwalt

Versicherungen werden beim Unternehmenskauf oft spät geprüft. Dabei können Betriebshaftpflicht, D&O, Cyber, Produkthaftpflicht oder Sachversicherung nach Closing entscheidend sein.

Der Käufer will wissen, ob alte Schäden gedeckt sind und ob der Schutz nach dem Erwerb weiterläuft. Der Verkäufer will vermeiden, für unklare Schadensfälle unbegrenzt einzustehen.

Dieser Beitrag ergänzt die Due-Diligence-Checkliste, die W&I-Versicherung und den Disclosure Letter.

Deckung prüfen

Versicherungsschutz im Unternehmenskauf einordnen

Beantworten Sie zwei Fragen zu Polizzen und Fortführung der Deckung.

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01 Frage 1

Sind alle wesentlichen Versicherungen und Schadensfälle im Datenraum sichtbar?

Nicht nur Polizzen, sondern auch Prämienrückstände, Ausschlüsse, offene Schäden und Kündigungsrechte zählen.

Alle Pfade im Überblick

Übersicht aller Antworten.

01

Versicherungsschutz kann als Closing-Thema sauber abgesichert werden.

Wenn Polizzen, Schäden und Zustimmungserfordernisse bekannt sind, lassen sich Garantien, Freistellungen und Closing Deliverables klar formulieren. Halten Sie fest, welche Deckung weiterläuft und welche neu abgeschlossen wird.

02

Unklare Versicherungen können nach Closing teuer werden.

Fehlen Polizzen, Schadenshistorie oder Bestätigung des Versicherers, sollte der Käufer nicht nur eine allgemeine Garantie akzeptieren. Verlangen Sie konkrete Unterlagen, eine Freistellung für Altansprüche oder eine Closing Condition.

03

Versicherungen gehören in die rechtliche und operative Übergabe.

Auch wenn keine Schäden bekannt sind, sollten Deckungssummen, Ausschlüsse, Selbstbehalte und Kündigungsrechte geprüft werden. Die operative Übergabe braucht nahtlosen Schutz ab Closing.

Warum Polizzen mehr sind als eine Datenraumliste

Eine Polizzenliste sagt noch wenig darüber, ob ein konkretes Risiko gedeckt ist. Wichtig sind Versicherungsnehmer, versicherte Tätigkeiten, Deckungssumme, Selbstbehalt, Ausschlüsse, Nachmeldefristen und offene Schadensfälle.

Beim Share Deal bleiben Verträge oft beim Rechtsträger, können aber Change-of-Control- oder Kündigungsrechte enthalten. Beim Asset Deal müssen Polizzen und Versicherungsnehmer häufig neu geordnet werden.

Welche Versicherungen im SPA abgebildet werden sollten

Der Kaufvertrag sollte eine Polizzenliste, Garantien zu Prämienzahlung und bekannten Schäden, Informationspflichten bis Closing und eine klare Regel für Altansprüche enthalten. Wenn bestimmte Deckungen für den Betrieb wesentlich sind, kann die Fortführung zur Closing Condition werden.

Bei D&O, Cyber oder Produkthaftpflicht ist außerdem zu prüfen, ob eine Run-off- oder Tail-Deckung für vergangene Zeiträume erforderlich ist. Das gilt besonders, wenn Management, Produktlinien oder IT-Systeme nach Closing geändert werden.

Prüffelder

Versicherungen im Überblick

Die Tabelle zeigt typische Polizzen und die wichtigsten Deal-Fragen.

Versicherungsschutz und Transaktionsrisiken
Police Prüffrage Vertragslösung
Betrieb Betriebshaftpflicht Sind Tätigkeiten vollständig gedeckt? Garantie und Fortführungsnachweis
D&O Managerhaftung Alte Organhandlungen gedeckt? Run-off oder Tail-Deckung
Cyber Cyberversicherung IT-Vorfälle und Meldepflichten? Schadenshistorie offenlegen
Produkt Produkthaftpflicht Altprodukte und Rückrufe? Freistellung für bekannte Fälle
Sach Sachversicherung Standorte und Anlagen erfasst? Übergabe und neue Polizze abstimmen

Achtung: Eine W&I-Versicherung ersetzt nicht automatisch die Prüfung der normalen Betriebspolizzen. Sie deckt nur das, was die konkrete Police und der Unternehmenskaufvertrag abbilden.

Wie Versicherungsschutz praktisch übergeben wird

Sinnvoll ist ein kurzer Versicherungsplan: Welche Polizzen laufen weiter, welche brauchen Zustimmung, welche werden neu abgeschlossen und wer meldet offene Schäden? Der Plan sollte mit Makler oder Versicherer vor Closing abgestimmt werden.

Für Käufer ist wichtig, dass der Schutz ab Vollzug nahtlos ist. Verkäufer sollten bekannte Schäden offenlegen und die Reichweite ihrer Garantien begrenzen. So wird Versicherung nicht erst dann Thema, wenn der Schaden bereits eingetreten ist.

FAQ

Häufige Fragen zum Thema.

Bleiben Versicherungen bei einem Share Deal automatisch bestehen? +

Oft bleiben die Verträge beim Rechtsträger. Trotzdem können Change-of-Control-Klauseln, Kündigungsrechte oder Informationspflichten ausgelöst werden. Das muss vor Closing geprüft werden.

Was ist eine Run-off- oder Tail-Deckung? +

Damit wird Versicherungsschutz für vergangene Zeiträume abgesichert, etwa bei D&O- oder Claims-made-Polizzen. Ob sie nötig ist, hängt von Police, Risiko und Transaktionsstruktur ab.

Reicht eine Garantie zu bestehenden Versicherungen? +

Eine Garantie hilft, ersetzt aber nicht die Prüfung der Police. Käufer sollten Polizze, Schadenshistorie, Prämienstatus und Fortführung der Deckung konkret sehen.

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